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Interview mit Andreas-Michael Reinhardt von B.A.U.M. Consult GmbH, Berlin

Reinhardt über Ziele und Inhalt des Kongresses "Lebenswelt Elektromobilität"

Mannheim, 6. September 2011: Im Interview gibt Andreas-Michael Reinhardt, Projektleiter der Begleitforschung des Förderprogramms "IKT für Elektromobilität", einen Überblick zu den Zielen und zum Fachprogramm des Kongresses "Lebenswelt Elektromobilität" am 9. und 10. September in Mannheim.

Wort-Bild-Marke des Kongresses "Lebenswelt Elektromobilität"

FRAGE:
Herr Reinhardt, was macht den Kongress "Lebenswelt Elektromobilität" am 9./10. September in Mannheim so besonders?

ANTWORT:
In Mannheim werden die Best Practice Beispiele unserer sieben IKT EM Modellregionen anschaulich vorgestellt und Empfehlungen für eine flächendeckende Etablierung einer elektromobilen Infrastruktur daraus abgeleitet. Fast fünfzig Projektbeteiligte aus Industrie, Energiebranche, Mittelstand, Forschung und Hochschulen haben in zwei Jahren intensiv kooperiert und für Elektromobilität vorwettbewerblich marktfähige Lösungen erarbeitet. Damit gibt der Kongress Antworten auf wissenschaftliche und praxisbezogene Fragen und lädt zur weiterführenden Diskussion ein. Hierfür bietet "Lebenswelt Elektromobilität" eine optimale Plattform, weil Forscher und Experten und Anwender aus verschiedenen Bereichen mit Entscheidungsträgern in ungezwungener Atmosphäre zusammen kommen.

FRAGE:
Können Sie zwei Beispiele für die erarbeiteten Best Practice Beispiele nennen?

ANTWORT:
Ein Schwerpunkt ist die Entwicklung einer benutzer- und abrechnungsfreundlichen Ladeinfrastruktur, so dass Elektrofahrzeuge (EV) diskriminierungsfrei an öffentlichen und privat-öffentlichen Standorten aufgeladen werden können. Hierzu wurden verschiedene Lösungsvorschläge entwickelt: Eine Möglichkeit ist ein SmartCard-Standard (Hochsicherheits-Chipkarte, kontaktlos), eine andere ermöglicht die Registrierung und Abrechnung an der Ladesäule über das Mobiltelefon. Dabei wurden hohe IT- Sicherheitsstandards gesetzt, und auch die Einhaltung des Datenschutzes gewährleistet. Die Modelle wurden bereits in Feldversuchen zumindest teilweise getestet. Der Markt wird hiervon jetzt profitieren. EV-Fahrerinnen und -Fahrer können in Zukunft an Ladesäulen fremder Dienstleister laden und werden über ihren Dienstleister abgerechnet. Und sie können nachweislich EEG-Strom laden!

Das zweite Beispiel betrifft wohl die Wunschvorstellung eines jeden Fördermittelgebers: Die Ergebnisse, die während der Projektarbeit in den Konsortien entstanden sind, werden markttauglich verwertet. Hier ist aus dem Projekt "Smart Wheels"(Aachen) in Kooperation mit "eE-Tour Allgäu" zum Beispiel das Cluster www.ladenetz.de entstanden. Dabei geht es um nationales und sogar europaweites "Roamen" für EV, wie beim Mobilfunk. Schon jetzt haben sich hier dreizehn Stadtwerke angeschlossen, unter anderem aus den Niederlanden und aus Österreich.

FRAGE:
Der Kongress "Lebenswelt Elektromobilität" fokussiert die Schwerpunkte Energie, Mobilität, Fahrzeug und IKT - das ist eine weite Bandbreite. An welche Zielgruppen richtet sich der Kongress genau?

ANTWORT:
Der Kongress richtet sich generell an ein interessiertes Publikum im Bereich IKT und Elektromobilität: an Fachleute ebenso wie an Einsteiger. Vor allen Dingen können die vielen Elektromobilitäts-Cluster ihre Erwartungen erfüllt sehen. Der Kongress vereint zugleich Exzellenz und Prominenz! Spitzen-Vertreter der Bundesregierung und der Nationalen Plattform Elektromobilität sind im Congress Center Rosengarten ebenso vertreten wie Baden Württembergs neuer Ministerpräsident. Wichtige Verbände der Branchen Energie, Mobilität, Industrie und Handwerk sind in Vorbereitung und Programmentwurf eingebunden gewesen und haben Referate für die Fachgruppen "Smart Car", "Smart Grid" und "Smart Traffic" übernommen. Auch wurden gesellschaftliche und sozio-ökonomische Themen mit hoher Relevanz einbezogen.

FRAGE:
Der Kongress findet in Mannheim statt, Herstellungsort des Carl Benz- Patent-Wagen vor 125 Jahren. Nun gibt es ja andere Städte und Regionen, die im beginnenden Zeitalter der Elektromobilität durchaus mehr Prominenz haben, was Forschung & Entwicklung von Elektrofahrzeugen und Mobilitätsdienste anbelangen. Warum findet so ein wichtiger Kongress hier statt?

ANTWORT:
Anschaulicher kann man doch gar nicht den für unsere Gesellschaft wie Industrie und Handwerk "disruptiven Charakter der Elektromobilität" kommunizieren, als an der Geburtsstätte des Automobils. Denn entweder "gehen wir mit der Zeit oder wir fahren elektromotorisch", wäre hier in Anspielung an einen berühmten Satz zu sagen. Auch hat eine eigens von uns erstellte Potentialanalyse ergeben, dass im Vergleich zu anderen Regionen für die "Kongressregion Mannheim" (einschl. 150 km Umkreis)  eine vergleichsweise hohe Dynamik und Anzahl an Elektromobilitäts-relevanten Projekt- und Cluster-Aktivitäten feststellbar ist. Kennzeichnend ist z.B. die große Anzahl an relevanten Projektaktivitäten und die überdurchschnittliche Beteiligung an mehr als 60% aller derzeitigen F&E-Projekten auf EU- & Bundesebene durch Industrie, Hochschulen, Forschung und Institutionen im Bereich Elektromobilität in den Rhein-Neckar und Rhein-Main-Regionen.

"Lebenswelt Elektromobilität“ - Kongress für Fahrzeug, Energie, Mobilität und Informations- und Kommunikationstechnologien

Zwischen der Entwicklung und dem Massenmarkt von Elektromobilität liegt noch ein weiter Weg. Der zweite Bericht der Nationalen Plattform Elektromobilität hat den Weg gewiesen, welche Aufgaben noch zu lösen sind. Es geht dabei um nachhaltige Zukunftslösungen, um Fragen des Fahrzeugs ebenso wie um neue Mobilitätssysteme und die Verbindung mit dem Stromnetz und den erneuerbaren Energien. Elektromobilität kann unser Leben verändern. Darum steht der für den 9. und 10 September 2011 in Mannheim geplante Kongress unter dem Motto „Lebenswelt Elektromobilität".

B.A.U.M. Consult GmbH ist im Rahmen der Begleitforschung für das Förderprogramm "IKT für Elektromobilität", deren Federführung sie auch innehat, mit der Gestaltung des Fachprogramms für den Kongress "Lebenswelt Elektromobilität" beauftragt.

Portrait von Reinhardt

Weitere Informationen zum Förderprogramm "IKT für Elektromobilität":

www.ikt-em.de

 

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